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Grasfrosch

Die Haut der Hüpfer könnte zur Quelle für neue Antibiotika avancieren.

Arabische Forscher haben aus Froschhaut gewonnene Substanzen nachgebaut und so verändert, dass sie als Antibiotika dienen könnten. Bekannt ist, dass bestimmte Proteine, die von Drüsen in der Froschhaut produziert werden, gegen Krankheitserreger wirken. Den Wissenschaftlern um Michael Conlon von der United Arab Emirates University in Al-Ain gelang es nun, diese Proteine künstlich herzustellen und Probleme zu beseitigen, die bisher einen Einsatz beim Menschen verhinderten. Einige Substanzen könnten bereits in den nächsten fünf Jahren in klinischen Studien getestet werden.

Seit Jahren haben Ärzte und Krankenhäuser große Probleme mit antibiotikaresistenten Keimen. Patienten benötigen neue Typen von Antibiotika, um Medikamente zu ersetzen, die wirkungslos geworden sind. Froschhaut gilt hier schon lange als vielversprechend: Viele Froscharten besitzen Hautdrüsen, die Giftstoffe produzieren. Und diese Proteine gelten als mögliche Quelle für Stoffe, die Bakterien, Viren und Pilze ausmerzen können. Dabei standen den Wissenschaftlern bisher jedoch zwei Probleme im Weg: Einmal sind die Proteine nicht nur für die Erreger, sondern auch für die menschliche Zelle giftig. Außerdem können Enzyme des Blutes die Proteine spalten und inaktivieren.

Das Team von Michael Conlon hat 200 von 6.000 Drüsenabsonderungen der Froschhaut auf ihre antibiotische Aktivität untersucht. „Die Frösche selbst werden nach dem Abreiben der Haut wieder ausgesetzt“, betont Conlon. „Wir benutzen sie nur, um die chemische Struktur der Proteine zu ermitteln. Anschließend bauen wir die Substanz im Labor nach“, erklärt er. Dabei optimierten die Forscher die Zusammensetzung der Moleküle, um sie weniger gefährlich für die menschliche Zelle zu machen. Und sie fanden auch eine Möglichkeit, um die Wirkstoffe vor dem Angriff aggressiver Enzyme des Blutes zu schützen.

Besondere Hoffnung setzten die Wissenschaftler in ein Protein, das den resistenten Keim Staphylococcus aureaus beseitigen könnte, der immer wieder für den Ausbruch tödlicher Infektionen bei Krankenhauspatienten verantwortlich ist. Außerdem sollen in der Froschhaut Substanzen stecken, die gegen den Keim Acinetobacter baumanni wirken, der häufig immungeschwächte Patienten befällt. Colon geht davon aus, dass die Pharmaindustrie aus den Proteinen Cremes oder Salben gegen Hautinfektionen und vielleicht sogar ein injizierbares Medikament entwickeln wird.

Michael Conlon (United Arab Emirates University, Al-Ain) et al.:240. National Meeting of the American Chemical Society

Text: wissenschaft.de / Bild: meXXart pohl & veith GbR






01.09.2010


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